
Beim geladenen Wettbewerb zur Umgestaltung der bestehenden Volkschule konnten wir mit unserem Wettbewerbsbeitrag den 2. Platz erreichen.
Die vorliegende Umgestaltung der Volksschule reagiert präzise auf die funktionalen und räumlichen Defizite des Bestands und entwickelt daraus ein zeitgemäßes, pädagogisch differenziertes Raumgefüge.Im Fokus stehen die Neuorganisation des Zugangs- und Garderobenbereichs, die Verbesserung der räumlichen Flexibilität sowie Maßnahmen zur Reduktion sommerlicher Überhitzung.
Kern des Entwurfes ist die Reorganisation des bestehenden Raumkonzepts: Werkraum und Klassenraum tauschen ihre Position, wodurch die ehemalige Klasse in eine großzügige, offen bespielbare Lernlandschaft transformiert wird. Dieser zentrale Bereich fungiert als vielseitiger Kreativraum und gliedert sich in unterschiedliche Zonen wie Küche, Bibliothek, Ruhebereiche, Werkstatt sowie individuelle und gemeinschaftliche Arbeitsplätze. Die angrenzenden Klassenräume stehen in direkter visueller Beziehung zur Lernlandschaft und ermöglichen so eine fließende Verbindung zwischen konzentriertem Lernen und offenem Arbeiten. Auch die Nebenräume werden funktional optimiert: Das Lehrerzimmer wird behutsam erweitert, während der Eingangsbereich neu organisiert und räumlich klarer gefasst wird. Die Führung des Zugangs - vorbei an bzw. durch die Tourismusinformation - schafft eine neue Adressbildung und stärkt die Präsenz der Schule im öffentlichen Kontext. Die neu situierte Garderobe bietet ausreichend Platz und ermöglicht einen direkten Zugang zum Außenraum, wodurch insbesondere in den Pausenzeiten eine deutliche Entlastung entsteht. Die bestehende WC-Anlage wird auf eine kompakte Einheit reduziert; die freiwerdenden Flächen werden sinnvoll als Lehrmittelraum genutzt.
In materialtechnischer Hinsicht setzt der Entwurf auf natürliche, warme Materialien mit differenzierter Haptik. Sanfte Oberflächen tragen zur Verbesserung der Raumakustik bei und schaffen eine angenehme Lernatmosphäre. Die Möblierung folgt dem Prinzip der Flexibilität: Modulare Einrichtungselemente wie Arbeitsplätze, Küchenmodule, Sitznischen sowie Regal- und Schrankwände ermöglichen eine einfache Anpassung an unterschiedliche Unterrichts- und Nutzungsszenarien. Ergänzend dazu werden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas gesetzt. Ein Gründach sowie außenliegender Sonnenschutz in Form von Markisoletten tragen wesentlich zur Reduktion der sommerlichen Überhitzung bei und erhöhen nachhaltig den thermischen Komfort im Gebäude.
Insgesamt entsteht durch die gezielten Eingriffe ein vielseitiger, offener und identitätsstiftender Lernort, der sowohl funktional als auch atmosphärisch den Anforderungen zeitgemäßer Pädagogik gerecht wird.